Expats in Europa benötigen eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Krankenversicherung. Globale Deckung, lokale Anbieter und das deutsche System sind entscheidend für umfassenden Schutz und finanzielle Sicherheit.
Das deutsche System: GKV vs. PKV
In Deutschland ist die Krankenversicherung obligatorisch. Expats stehen meist vor der Wahl zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV).
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Die meisten Angestellten sind pflichtversichert, sofern ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze (2024: 69.300 €) liegt. Anbieter wie die Techniker Krankenkasse (TK) oder Barmer bieten exzellente Leistungen, wobei der Beitrag prozentual vom Gehalt berechnet wird.
Private Krankenversicherung (PKV)
Für Gutverdiener und Selbstständige bietet die PKV (z.B. Allianz Care oder DKV) oft maßgeschneiderte Tarife mit schnelleren Terminen bei Fachärzten und Einbettzimmern im Krankenhaus. Hier entscheiden Alter und Gesundheitszustand über die Prämie.
Die Schweiz: Das KVG-Modell
In der Schweiz funktioniert das System grundlegend anders. Es gibt keine Sozialversicherung im deutschen Sinne, sondern eine obligatorische Grundversicherung nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG). Jeder Einwohner muss sich innerhalb von drei Monaten nach der Anmeldung versichern.
Franchise und Selbstbehalt
Einzigartig in der Schweiz ist das System der 'Franchise' (wählbarer Selbstanteil zwischen 300 CHF und 2.500 CHF). Anbieter wie Helsana, CSS oder Assura konkurrieren über den Service und die Zusatzversicherungen (VVG), während die Grundleistungen gesetzlich identisch sind.
Wichtige Tipps für internationale Fachkräfte
- Die EHIC-Karte: Ihre europäische Krankenversicherungskarte ist für Touristen nützlich, reicht aber als dauerhafter Wohnsitznachweis in DE/CH nicht aus.
- Anwartschaft: Wenn Sie planen, nur einige Jahre zu bleiben, prüfen Sie eine Anwartschaftsversicherung, um sich Rückkehrrechte in Ihr Heimatsystem zu sichern.
- Zahnzusatz: In beiden Ländern sind aufwendige Zahnbehandlungen oft nur minimal abgedeckt. Eine private Zusatzpolice ist hier fast immer ratsam.