Lebensversicherungen für Extremsportler wie Fallschirmspringer sind komplex, aber mit spezialisierten Tarifen realisierbar. Eine sorgfältige Risikobewertung und transparente Kommunikation sind entscheidend für optimale Absicherung trotz erhöhten Risikos.
Warum Extremsport die Risikoprüfung verändert
Versicherer wie die Allianz, AXA oder Swiss Life arbeiten mit statistischen Sterblichkeitstabellen. Sobald ein Hobby wie Fallschirmspringen (Skydiving), Gleitschirmfliegen oder Extrem-Bergsteigen hinzukommt, verlassen Sie den statistischen 'Sicherheitsbereich'. In Deutschland und der Schweiz wird hierbei streng zwischen Hobbysportlern und Profis unterschieden.
Der Gefahrenzuschlag (Risikozuschlag)
In der Regel müssen Sie mit einem sogenannten Risikozuschlag rechnen. Dieser wird entweder als Prozentsatz auf die Grundprämie oder als fester Betrag pro versicherte 1.000 Euro Versicherungssumme (Promillesatz) berechnet. Faktoren, die die Kosten beeinflussen:
- Anzahl der Sprünge pro Jahr.
- Mitgliedschaft in Verbänden wie dem Deutschen Fallschirmsportverband (DFV) oder Swiss Skydive.
- Lizenzen (z.B. Lehrerstatus oder Tandem-Master).
- Einsatzgebiete (nur zertifizierte Sprungplätze oder Expeditionen).
Spezifische Situation in der Schweiz: Die SUVA-Wagnisse
In der Schweiz ist die Situation durch die Unterscheidung der SUVA in 'relative' und 'absolute' Wagnisse besonders geprägt. Während die Unfallversicherung Leistungen bei absoluten Wagnissen (z.B. Basejumping oder Speedflying) um 50% kürzen kann, ist die private Lebensversicherung ein Vertrag auf Gegenseitigkeit. Hier ist es essenziell, dass das Risiko im Antrag explizit erwähnt wird, da sonst eine Anzeigepflichtverletzung droht, die im Todesfall zur Leistungsverweigerung führt.
Top-Strategien für den Vertragsabschluss
1. Die anonyme Risikovoranfrage
Stellen Sie niemals einen direkten Antrag, wenn Sie ein extremes Hobby ausüben. Eine Ablehnung wird in der HIS-Wagnisdatei (in Deutschland) gespeichert und erschwert künftige Versuche. Nutzen Sie einen spezialisierten Makler für eine anonyme Voranfrage bei Versicherern wie Hannoversche oder Helvetia.
2. Dokumentation ist alles
Legen Sie Ihr Sprungbuch oder Ihre Fluglogbücher als Kopie bei. Versicherer schätzen Transparenz. Ein Springer mit 500 Sprüngen und aktiver Lizenz wird oft günstiger eingestuft als ein Anfänger in der Ausbildung.
3. Befristete Ausschlüsse vs. Beitragszuschlag
Manche Versicherer bieten an, das spezifische Risiko (z.B. den Tod durch Fallschirmsport) auszuschließen, um die Prämie niedrig zu halten. Hiervon rate ich dringend ab. Der Sinn einer Lebensversicherung für Sportler ist gerade die Absicherung dieses spezifischen Risikos.