Lebensversicherungen für zwei Personen (Zweitversterber) bieten eine strategische Absicherung gegen finanzielle Lücken nach dem Tod eines Partners. Sie sichern das Familieneinkommen und hinterlassen ein finanzielles Polster für die Hinterbliebenen, ideal für Paare mit gemeinsamen finanziellen Verpflichtungen.
Was genau versteht man unter 'Second to Die Life Insurance'?
Anders als eine klassische Risikolebensversicherung, die beim Tod einer versicherten Person leistet, zahlt die Survivorship-Police erst dann aus, wenn beide versicherten Personen verstorben sind. Dies mag paradox klingen, ist aber für die Erbschaftsplanung (Estate Planning) von entscheidender Bedeutung.
Die Kernvorteile (Pros) im Überblick
- Geringere Prämien: Da die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Personen versterben, statistisch geringer ist als bei einer Einzelperson, sind die monatlichen Beiträge im Vergleich zu zwei separaten Policen signifikant niedriger.
- Steuerliche Optimierung (ErbStG & ZGB): In Deutschland können die hohen Freibeträge (§ 16 ErbStG) oft nicht ausreichen, um Immobilienvermögen oder Firmenanteile steuerfrei zu übertragen. Die Versicherungssumme stellt genau dann Liquidität bereit, wenn das Finanzamt die Erbschaftsteuer fordert.
- Einfachere Annahmerichtlinien: Oft kann eine Person mit gesundheitlichen Einschränkungen dennoch versichert werden, solange der andere Partner gesund ist – ein entscheidender Vorteil gegenüber Einzelpolicen.
Spezifische Anwendung in Deutschland und der Schweiz
In Deutschland ist die 'verbundene Lebensversicherung auf den Todesfall' ein bekanntes Konstrukt. Experten raten hier oft zur Überkreuzversicherung, um die Erbschaftsteuerpflicht der Versicherungssumme selbst zu vermeiden. Bei einer 'Second to Die' Police ist das Ziel jedoch primär die Deckung der Steuerlast des Gesamtprojekts Erbe.
In der Schweiz wird dieses Instrument häufig in der Säule 3b eingesetzt. Besonders bei großen Immobilienportfolios im Kanton Zürich oder Genf, wo die kantonalen Erbschaftsteuern erheblich sein können, sichert die Survivorship-Police den Erhalt des Familienbesitzes, ohne dass Immobilien unter Zeitdruck verkauft werden müssen.
Wichtige Akteure im DACH-Markt
Anbieter wie Swiss Life, Allianz oder AXA bieten maßgeschneiderte Lösungen für vermögende Privatkunden (HNWI). Es ist jedoch essenziell, die Klauseln zur 'Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit' genau zu prüfen, da diese bei zwei versicherten Köpfen komplexer gestaltet sind.
"Die Survivorship-Police ist nicht für die Absicherung des Lebensstandards des Partners gedacht, sondern für den Schutz des Vermögens der nächsten Generation." - Dr. h.c. Stefan Thalmann